Braustätte

Bei der Informationsveranstaltung Anfang 2012 traten dem jungen Verein die ersten 50 Mitglieder bei. Nun begab man sich auf die Suche nach einem geeignetem „Vereinsheim“. Unzählige Schuppen, Keller, Ställe und leerstehende Gebäude wurden von Vertretern des Vereins besichtigt. Alle ohne großes Erfolgserlebnis.

Abermals war es Bürgermeister Michael Abraham, der die richtigen Leute zusammenbrachte. Er vereinbarte einen Besichtigungstermin mit Prof. Ludwig, dem Besitzer eines unscheinbaren Industriegebäudes in der Rehauer Innenstadt. Dieses entpuppte sich als letzte noch erhaltene Braustätte Rehaus – Ludwig selbst als Nachfahre des Brauers mit „Leib uns Seele“, Karl Ludwig.

Die „Ludwigsbrauerei“ wurde im Jahr 1914 geschlossen. Seither wurde das Gebäude nur noch als Lager genutzt und wurde im Laufe der Zeit zur Industriebrache. Auch wenn keine Braugerätschaften aus der damaligen Zeit mehr vorhanden sind, so haben zumindest der oberirdische Eiskeller sowie die Gär- und Lagerräume die Zeiten überlebt. Bis dato war vielen Rehauern nicht bewusst, dass hinter dem schlichten Kubus sich einst eine Brauerei befand.

Auf der Mitgliederversammlung 2012 wurde von der Vorstandschaft ein ehrgeiziges Ziel verkündet: 100 Jahre nach der Schließung sollte die alte Ludwigsbrauerei vom Verein aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden und es sollte wieder Bier gebraut werden. Es wurde beschlossen das Gebäude längerfristig anzumieten, da man sich mit dem Besitzer einig war.

Viele Mitglieder haben daraufhin die Ärmel hochgekrempelt und nahezu alle Bautätigkeiten in Eigenleistung vollbracht. Seitens der Industrie – aber auch von zahlreichen Privatpersonen – wurde das Projekt auch finanziell unterstützt. Durch Zufall konnte man in der Zwischenzeit auch eine kleine Brauanlage erwerben.

Im Dezember 2014 – 100 Jahre nach Schliessung der Ludwigsbrauerei – wurde der erst Sud im Sudhaus eingebraut.

Gleichwohl man das Kommunbräu-Bier kaufen kann, ist hier keine kommerzielle Brauerei im eigentlichen Sinne entstanden – vielmehr fördert der Verein mit den Erträgen seine satzungsmäßigen Ziele: Brauchtum, Tradition, Heimat, Kunst, Kultur und Wissenschaft. Durchgeführt werden z.B. monatliche Erlebnisbrautage, ein traditionelles Kellerfest mit Führungen durch die alten Bierkeller sowie andere Veranstaltungen rund um die handwerkliche Bierherstellung, um Rehauer Tradition und Heimatpflege.

Auch ein kleines Museum über Rehauer Brauereigeschichte befindet sich im Aufbau.

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